Ein Schlauch löst sich, ein Wasserführer in der Decke platzt, eine Spülmaschine läuft über. Innerhalb von Minuten verändert sich Ihr Zuhause. Wer in dieser Situation klar denkt, vermeidet Folgeschäden, die oft teurer sind als der Wasserschaden selbst.

Dieser Text richtet sich an alle, die keine Routine im Umgang mit solchen Situationen haben. Wir erklären Schritt für Schritt, was Sie selbst tun können, was Ihre Versicherung von Ihnen erwartet und ab wann ein Fachbetrieb übernehmen sollte.

Minute 1 bis 5: Wasser stoppen, Strom abschalten

Die wichtigste Regel zuerst: Wasser und Strom dürfen nicht zusammenkommen. Bevor Sie irgendetwas anderes tun, schalten Sie den Strom in den betroffenen Räumen ab. Das geht über den Sicherungskasten, idealerweise über den FI Schutzschalter. Greifen Sie keinesfalls in stehendes Wasser, solange noch Strom auf den Leitungen ist.

Anschließend stoppen Sie die Wasserzufuhr. Bei einem geplatzten Schlauch reicht oft das Eckventil unter der Spüle oder dem Waschbecken. Bei einem Rohrbruch in der Wand drehen Sie den Hauptwasserhahn ab. Diesen finden Sie in der Regel im Keller, manchmal auch in einem Hauswirtschaftsraum oder unter der Spüle.

Tipp aus der Praxis Markieren Sie sich heute schon, wo Ihr Hauptwasserhahn sitzt. Im Notfall müssen Sie ihn binnen Sekunden finden, nicht binnen Minuten. Ein kleiner Aufkleber an der Tür reicht.

Minute 5 bis 15: Schaden begrenzen

Sobald Wasser und Strom abgeschaltet sind, geht es darum, die Ausbreitung zu stoppen. Saugen Sie stehendes Wasser mit einem Nass Trockensauger ab. Haben Sie keinen, helfen Eimer, Lappen und alte Handtücher. Wischen Sie Pfützen weg, bevor Wasser in Fugen, Sockelleisten oder unter Möbel zieht.

Räumen Sie alles vom Boden, was sich noch retten lässt. Teppiche aufrollen, Möbel anheben, Bücher in Sicherheit bringen. Holzmöbel saugen Wasser besonders schnell auf, wenn sie auf nassen Böden stehen.

Minute 15 bis 30: Dokumentation für die Versicherung

Jetzt kommt der oft vergessene, aber entscheidende Schritt: die Dokumentation. Versicherungen erwarten lückenlose Belege, sonst kürzen sie die Erstattung. Machen Sie Fotos und Videos, bevor Sie aufräumen. Aus mehreren Perspektiven, mit Detailaufnahmen der Schadensquelle und Übersichten der betroffenen Räume.

Notieren Sie:

Diese Notizen helfen Ihnen später, dem Versicherer einen klaren Verlauf zu schildern. Auch der Sachverständige wird sie schätzen.

Versicherungen kürzen nicht aus Bosheit. Sie kürzen, wenn die Beweisführung lückenhaft ist. Eine sorgfältige Dokumentation in den ersten dreißig Minuten ist die wirksamste Versicherung in der Versicherung.

Minute 30 bis 60: Versicherung informieren, Profi rufen

Rufen Sie Ihre Wohngebäude beziehungsweise Hausratversicherung an. Beschreiben Sie den Schaden in Ruhe. Die meisten Versicherer geben Ihnen dann eine Schadensnummer und Hinweise zum weiteren Vorgehen. Manche schicken eigene Sachverständige, andere überlassen Ihnen die Wahl des Sanierungsbetriebs.

Spätestens jetzt sollten Sie einen Fachbetrieb für Bautrocknung und Sanierung kontaktieren. Warum nicht später? Weil Wasser in Wand und Boden sich innerhalb weniger Stunden tief in die Bausubstanz arbeitet. Was am ersten Tag eine schnelle Trocknung gewesen wäre, ist am dritten Tag schon ein versteckter Schimmelfall.

Was wir bei HACT in dieser Situation tun

Wenn Sie uns rufen, treffen wir in der Regel innerhalb einer Stunde im Stuttgarter Raum ein. Vor Ort messen wir mit Sensoren die Restfeuchte in Wand, Boden und Estrich. Wir besprechen mit Ihnen, welche Bereiche getrocknet werden können und wo Substanz möglicherweise zurückgebaut werden muss.

Was dann folgt, ist ein klar strukturierter Trocknungsprozess. Bautrockner laufen typischerweise zehn bis vierzehn Tage. Wir prüfen alle paar Tage die Werte und dokumentieren den Fortschritt. Sie erhalten am Ende ein Trocknungsprotokoll, das Sie eins zu eins an die Versicherung weiterreichen können.

Was Sie nicht tun sollten

Drei Fehler sehen wir in der Praxis besonders oft:

Wann ist es ein Notfall?

Rufen Sie uns an, wenn:

Direkt erreichbar: +49 (0) 711 252 434 10. Sie sprechen mit einem Menschen, nicht mit einem Anrufbeantworter.

Häufige Fragen

Was sollte ich bei einem Wasserschaden zuerst tun?

Zuerst die Sicherheit: Strom im betroffenen Bereich abschalten und die Wasserquelle stoppen, etwa den Haupthahn schließen. Danach so viel Wasser wie möglich aufnehmen, empfindliche Gegenstände in Sicherheit bringen und den Schaden mit Fotos dokumentieren. Anschließend Vermieter oder Hausverwaltung und die Versicherung informieren.

Wer zahlt den Wasserschaden in der Mietwohnung?

Das hängt von der Ursache ab. Schäden am Gebäude trägt in der Regel die Wohngebäudeversicherung, Schäden am eigenen Hausrat die Hausratversicherung. Bei selbst verschuldeten Schäden kann die private Haftpflicht greifen. Wichtig ist, den Schaden früh zu melden und sauber zu dokumentieren.

Wie lange dauert die Trocknung nach einem Wasserschaden?

Das richtet sich nach Material, Durchfeuchtung und Aufbau von Wand und Boden. Eine technische Bautrocknung dauert oft mehrere Tage bis Wochen. Eine genaue Aussage ist erst nach einer Feuchtemessung vor Ort möglich. Wir messen, dokumentieren den Verlauf und beenden die Trocknung erst, wenn die Werte stimmen.

Wann sollte ich einen Fachbetrieb rufen?

Sobald Wasser in Estrich, Dämmschichten oder Wände eingedrungen ist oder größere Flächen betroffen sind. Oberflächlich abgewischtes Wasser täuscht oft, die Feuchte sitzt tiefer und führt sonst zu Schimmel. Bei akuten Schäden sind wir schnell erreichbar.