Die meisten Schimmelschäden in Wohnungen sind vermeidbar. Sie entstehen, wo feuchte Luft auf zu kalte Flächen trifft. Wer Lüften und Heizen versteht, nimmt dem Schimmel die Grundlage, lange bevor der erste Fleck sichtbar wird.
Warum entsteht Schimmel überhaupt?
Schimmel braucht drei Dinge: Feuchtigkeit, eine Oberfläche und etwas Zeit. Die kritische Größe ist die relative Luftfeuchte an der Wand. Warme Luft hält viel Wasserdampf, kühlt sie an einer kalten Außenwand ab, steigt die relative Feuchte dort stark an. Ab etwa 80 Prozent an der Oberfläche beginnen viele Schimmelarten zu wachsen, lange bevor Wasser sichtbar kondensiert. Deshalb sind kalte Ecken, Fensterlaibungen und Bereiche hinter Möbeln die typischen Problemzonen.
Wie lüftet man richtig?
Stoßlüften schlägt Dauerkippen deutlich. Öffnen Sie die Fenster mehrmals am Tag für einige Minuten weit, am besten quer durch die Wohnung, damit die feuchte Luft schnell gegen trockene Außenluft getauscht wird. Ein gekipptes Fenster dagegen kühlt die Laibung aus und tauscht kaum Luft, das ist die schlechteste Kombination.
Besonders wichtig ist Lüften direkt nach feuchten Tätigkeiten: nach dem Duschen, beim Kochen und nach dem Wäschetrocknen. Ein einfaches Hygrometer hilft, ein Wert zwischen 40 und 60 Prozent relativer Luftfeuchte ist ein guter Richtwert für Wohnräume.
Wie hilft richtiges Heizen?
Gleichmäßige Wärme hält die Wandoberflächen über dem kritischen Taupunkt. Lassen Sie auch wenig genutzte Räume nicht unter 16 bis 17 Grad auskühlen. Ein verbreiteter Fehler ist, das Schlafzimmer kalt zu halten und die Tür zum warmen Wohnzimmer offen zu lassen. Die warme, feuchte Luft schlägt sich dann an den kalten Wänden nieder. Besser: kühlere Räume eigenständig moderat heizen und die Tür geschlossen halten.
Worauf bei Möbeln und Einrichtung achten?
- Große Möbel an Außenwänden mit einigen Zentimetern Abstand stellen, damit Luft zirkulieren kann.
- Vorhänge nicht dauerhaft dicht vor kalte Fensterflächen hängen.
- Bei Renovierungen kapillaroffene, feuchteregulierende Materialien wie Kalkputz bevorzugen statt dampfdichter Anstriche.
- Keller und wenig genutzte Räume im Sommer nicht mit warmer Außenluft lüften, weil sich diese an kühlen Kellerwänden niederschlägt.
Wann reicht Vorbeugen nicht mehr?
Wenn Schimmel trotz richtigen Lüftens und Heizens wiederkehrt, liegt fast immer eine bauliche Ursache vor: eine Wärmebrücke, eine undichte Stelle, aufsteigende Feuchte oder eine Dämmung, die Feuchte einsperrt. Dann hilft kein Verhalten mehr, sondern eine Ursachenanalyse. Wir messen Oberflächentemperaturen und Feuchte und sagen Ihnen, ob es am Verhalten oder an der Substanz liegt. Mehr dazu auf unserer Seite zur Schimmelbeseitigung.
Häufige Fragen
Wie oft am Tag sollte man lüften?
Drei bis vier kurze Stoßlüftungen am Tag sind ein guter Richtwert, zusätzlich immer direkt nach dem Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen. Wichtiger als eine feste Zahl ist, feuchte Luft schnell und vollständig auszutauschen.
Welche Luftfeuchtigkeit ist ideal?
In Wohnräumen sind 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte ein guter Bereich. Ein günstiges Hygrometer macht den Wert sichtbar, so erkennen Sie früh, wenn es zu feucht wird.
Hilft ein Luftentfeuchter gegen Schimmel?
Ein Entfeuchter kann kurzfristig helfen, etwa nach einem Wasserschaden oder in einem feuchten Keller. Die eigentliche Ursache, also kalte Flächen oder bauliche Mängel, behebt er nicht. Bei wiederkehrendem Schimmel sollte die Ursache geklärt werden.
Wir beraten Sie gern persönlich und ehrlich. Im gesamten süddeutschen Raum, bei akuten Schäden schnell erreichbar. +49 (0) 711 252 434 10 oder Anfrage senden.
