Kurz gesagt
Bei einem Wasserschaden zählen die ersten 60 Minuten: zuerst Wasser stoppen und Strom abschalten, dann den Schaden begrenzen, alles für die Versicherung dokumentieren und anschließend Versicherung sowie Fachbetrieb informieren.
Ein Schlauch löst sich, ein Wasserführer in der Decke platzt, eine Spülmaschine läuft über. Innerhalb von Minuten verändert sich Ihr Zuhause. Wer in dieser Situation klar denkt, vermeidet Folgeschäden, die oft teurer sind als der Wasserschaden selbst.
Minute 1 bis 5: Wasser stoppen, Strom abschalten
Wasser und Strom dürfen nicht zusammenkommen. Schalten Sie zuerst den Strom in den betroffenen Räumen ab, idealerweise über den FI-Schutzschalter. Dann die Wasserzufuhr stoppen: Eckventil unter der Spüle, Hauptwasserhahn im Keller.
Minute 5 bis 15: Schaden begrenzen
Saugen Sie stehendes Wasser ab. Räumen Sie alles vom Boden, was sich retten lässt. Holzmöbel anheben, Teppiche aufrollen, Bücher in Sicherheit bringen.
Minute 15 bis 30: Dokumentation für die Versicherung
Machen Sie Fotos und Videos vor jedem Aufräumschritt. Notieren Sie Datum, Uhrzeit, vermutete Ursache und betroffene Räume. Die Dokumentation ist die wirksamste Versicherung in der Versicherung.
Minute 30 bis 60: Versicherung und Fachbetrieb
Rufen Sie Ihre Versicherung an und holen Sie eine Schadennummer. Parallel können Sie einen Sanierungsbetrieb informieren. Je früher die Trocknung beginnt, desto kleiner die Folgeschäden.
Wer zahlt was: Gebäude, Hausrat, Haftpflicht
Drei Versicherungen kommen je nach Ursache infrage. Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden an fest verbauten Teilen wie Estrich, Putz und Leitungen. Die Hausratversicherung übernimmt bewegliches Inventar wie Möbel, Teppiche und Geräte. Hat ein Dritter den Schaden verursacht, etwa ein Nachbar, springt dessen Haftpflichtversicherung ein. Entscheidend dafür, wer am Ende zahlt, sind eine eindeutige Ursache und eine saubere Dokumentation.
Typische Fehler, die teuer werden
- Zu spät trocknen. Steht Wasser tagelang, zieht es in Dämmschichten und Estrich, aus dem Oberflächenschaden wird ein Sanierungsfall.
- Vorschnell aufräumen, bevor Fotos gemacht sind. Ohne Nachweis kürzt die Versicherung schnell.
- Nur oberflächlich abtrocknen. Restfeuchte in Wand und Boden bleibt unsichtbar und führt später zu Schimmel.
- Strom anlassen, wo Wasser steht, oder eigenmächtig Bauteile öffnen.
Wann Schimmel droht
Bleibt Feuchtigkeit im Bauteil, wird daraus innerhalb weniger Tage bis Wochen ein Schimmelproblem. Deshalb gehört zu jeder Wasserschadensanierung die kontrollierte Trocknung mit Messprotokoll, nicht nur das oberflächliche Abtrocknen. Wie Sie Schimmel grundsätzlich vermeiden, lesen Sie im Ratgeber Schimmel vorbeugen.
Wann der Profi unverzichtbar ist
Kleine, klar begrenzte Wasseraustritte bekommen Sie selbst in den Griff. Sobald Wasser in Estrich, Dämmung oder Wandaufbauten gezogen ist, braucht es Leckortung, technische Trocknung und belastbare Messung. Das übernehmen wir mit eigener Technik, mehr dazu auf der Seite Wasserschadensanierung.
Häufige Fragen
Was tun, wenn Wasser von oben kommt?
Strom abschalten, wenn möglich die Hauptwasserzufuhr drosseln, Möbel sichern und sofort den Nachbarn oder Hausverwalter informieren. Dann fotografieren und Versicherung anrufen.
Wann zahlt die Hausratversicherung?
Bei Schäden an beweglichem Inventar durch Leitungswasser. Schäden am Gebäude über die Wohngebäudeversicherung, bei Verschulden über die Haftpflicht.
Wie schnell muss ich handeln?
Innerhalb der ersten Stunde. Je länger Wasser steht, desto tiefer dringt es in Estrich, Putz und Dämmung.
Wer zahlt den Wasserschaden?
Das hängt von der Ursache ab. Leitungswasserschäden am Gebäude trägt meist die Wohngebäudeversicherung, Schäden am Hausrat die Hausratversicherung, bei verschuldeten Schäden die Haftpflicht des Verursachers. Bei einem versicherten Schaden rechnen wir auf Wunsch direkt mit Ihrer Versicherung ab.
Wie lange dauert die Trocknung nach einem Wasserschaden?
Eine Faustregel: pro Zentimeter Estrich etwa eine Woche, eine durchnässte Wand sieben bis vierzehn Tage. Wir messen die Restfeuchte täglich per CM-Methode und schließen erst ab, wenn der Sollwert sicher erreicht ist.
Muss ich während der Trocknung ausziehen?
Meist nicht. Trocknungsgeräte laufen oft mehrere Tage und sind hörbar, ein Auszug ist aber nur bei großflächigen Schäden nötig. Wir stimmen das Vorgehen mit Ihnen ab.
Was kostet die Beseitigung eines Wasserschadens?
Das hängt von Ausmaß, betroffenen Materialien und nötiger Technik ab. Eine belastbare Einschätzung geben wir nach einer kurzen Begehung. Bei versicherten Schäden rechnen wir direkt mit der Versicherung ab, ohne dass Sie in Vorleistung gehen.